Auf Reisen durch eine Pandemie: Abschluss der internationalen Erasmus+-Austauschprogramme
Dem Begriff„Resilienz“, der in letzter Zeit so häufig verwendet wurde, dass er fast seine Bedeutung verloren hat, einen konkreten Sinn zu verleihen: Das war vielleicht das unerwartetste Ergebnis vonGEOclimHOME PRO – Geoheritage and climate change for highlighting the professional perspective.
Das Erasmus+-Projektwar auf einen Zeitraum von drei Jahren zwischen 2018 und 2021 angelegtundbezog Schüler von weiterführenden Schulen aus drei europäischen UNESCO-Geoparks ein: Rokua in Finnland, Sesia Val Grande in Italien und Chablais in Frankreich.
Das Ziel: das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen und den Schülern ein besseres Verständnis für die aktive wie auch passive Rolle des Menschen in der Umwelt zu vermitteln. Ziel der Bildungsaktivitäten war es zudem, das Bewusstsein der Schüler für soziale Verantwortung zu schärfen, um aktives bürgerschaftliches Engagement zu fördern und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu entdecken, die den Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung gerecht werden und einen ebenso nachhaltigen Lebensstil ermöglichen.
Die Stärke des Projekts lag in seinem pädagogischen Ansatz. Die Schüler wurden durch internationale Austauschprogramme intensiv einbezogen, bei denen sie direkt an Konferenzen und praktischen Erfahrungen mit Forschern teilnahmen und in gemischtnationalen Gruppen arbeiteten. Am Ende jeder Austauschwoche stellten sie die Ergebnisse ihrer Aktivitäten einem Publikum aus Schülern, Lehrern, Geopark-Pädagogen und Familien vor.


Wie man sich leicht vorstellen kann, hat die Covid-Pandemie diesen erfolgreichen Ansatz zu einer Schwachstelle gemacht. Es war sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, innerhalb Europas zu reisen und Menschen zu treffen. Wie sollte das Projekt unter diesen Umständen weitergeführt werden?
Während des Lockdowns 2020 wurden die Aktivitäten ausgesetzt; angesichts der unterschiedlichen Vorschriften in den einzelnen Ländern und der großen Unsicherheit hinsichtlich der kommenden Monate haben Lehrer und Erzieher die Aktivitäten neu geplant und dabei verschiedene Szenarien durchgespielt, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.
Im Februar 2021 fand das Treffen zwischen Finnland und Italien daher in gemischter Form statt, mit Präsenzveranstaltungen und Online-Austauschrunden. Im Oktober konnten die finnischen Partner erneut in Italien empfangen werden, während die für den 13. bis 17. Dezember im Rokua-Geopark geplante Abschlussveranstaltung virtuell stattfand: Erneut problematische Bedingungen im Gastland machten den Zugang von Außenstehenden zu den Schulen und die Durchführung der geplanten Aktivitäten unmöglich.
So haben wir über die Bildschirme den Abschluss eines außergewöhnlichen Projekts gefeiert, das aus einer vor mehr als sieben Jahren begonnenen Zusammenarbeit hervorgegangen ist und eine unerwartete Möglichkeit bot, genau jene Widerstandsfähigkeit in die Praxis umzusetzen, die es im Hinblick auf künftige globale Veränderungen fördern wollte.

