Wo Stein zur Kultur wird
Die außergewöhnliche geologische Vielfalt des Geoparks in Verbindung mit seiner ökologischen Vielfalt hat das Leben und die Aktivitäten der Menschen stark beeinflusst.
Geopark Sesia Val Grande
Der Geopark Sesia Val Grande wurde am 5. September 2013 von der UNESCO anerkannt; seit dem 17. November 2015 ist er „UNESCO Global Geoparks“, dem neuen Schwerpunktprogramm, das ebenso wie das Weltkulturerbe, die Biosphärenreservate und das immaterielle Kulturerbe auf der 38. UNESCO-Generalkonferenz im Jahr 2017 von den 195 Mitgliedstaaten ratifiziert wurde.
Der Geopark wird vom Nationalpark Val Grande und vom Geotourismusverband Sesia Val Grande Geopark verwaltet und betrieben, zu denen seit 2016 die Verwaltungsbehörde für die Schutzgebiete des Valsesia hinzukam. Die wissenschaftliche Koordination liegt in den Händen des Fachbereichs für Geowissenschaften der Universität Turin.
Sesia Val Grande UNESCO Global Geopark
- Jahr der Anerkennung:2013
- Region:Piemonte
- Provinzen:Vercelli, VCO, Novara, Biella
- Gemeinden in der Umgebung:106
- Geopark-Gebiet:2204 km2
- Höhe:von 190 bis 4.554 m ü. M.
- Bevölkerung des Gebiets:192.616
- Bevölkerungsdichte:88 Einwohner/km²
Die Geostätten
Im Geopark Sesia Val Grande gibt es 68 Geostandorte. Ein Geopark muss eine bestimmte Anzahl geologischer Standorte umfassen, die hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität, Seltenheit, ästhetischen Bedeutung oder ihres pädagogischen Werts von besonderer Bedeutung sind.
Der Großteil der Stätten im Gebiet eines Geoparks muss zum geologischen Erbe gehören, doch ihr Interesse kann auch archäologischer, naturkundlicher, historischer oder kultureller Art sein.
Geotouristische Routen
Im Geopark Sesia Val Grande gibt es derzeit 16 geotouristische Routen. Dabei handelt es sich um – in der Regel wandernde – Routen, die entwickelt wurden, um das geologische Erbe aufzuwerten, die Geowissenschaften zu vermitteln, den Geotourismus zu fördern und ganz allgemein das Bewusstsein der Menschen für Umweltfragen zu schärfen.
Der Supervulkan
Im Herzen der Westalpen befindet sich das Fossil eines Supervulkans, das seine tiefsten Schichten offenbart. Vor etwa 300 Millionen Jahren, als es auf der Erde nur einen einzigen Kontinent namens Pangaea gab, brach ein Vulkan aus, spuckte eine immense Menge an Material aus und setzte eine Energie frei, die der von 250 Atombomben entsprach.
Vor 60 bis 30 Millionen Jahren haben dieselben Prozesse, die auch die Alpen geformt haben, den Teil der Erdkruste, in dem sich der explodierte Vulkan befand, angehoben und gedreht, wodurch sein Versorgungssystem bis in eine Tiefe von etwa 30 km freigelegt wurde: Dies ist ein weltweit einzigartiger Fall !
Zeugnisse seiner Existenz sind in einem Gebiet zu sehen, das Valsesia und Valsessera umfasst und bis an den Lago Maggiore reicht.