Archäologisches und Paläontologisches Museum „Carlo Conti“
Das Museum ist dem Bildhauer und Ehreninspektor der Denkmalschutzbehörde, Carlo Conti, gewidmet, der bereits 1931 mit seinem Werk „Valsesia Archeologica“ die Idee eines eigenständigen archäologischen Museums für das Tal vorwegnahm. Doch trotz der Ausgrabungen und Untersuchungen am Monte Fenera, wo sich die bedeutenden Höhlen Ciutarun und Ciota Ciara befinden, wurde das Museum erst 2007 eröffnet, um die Öffentlichkeitsarbeit und Informationsvermittlung wiederzubeleben und die Forschungsaktivitäten am Monte Fenera und im Tal wieder aufzunehmen – in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde des Piemonts und den Universitäten, insbesondere in Ferrara und Genf.
Der Ausstellungsrundgang vermittelt einen Einblick in das reichhaltige Repertoire an pleistozänen Tierfunden aus den Höhlen von Fenera sowie in die außergewöhnlichen Knochenfunde und materiellen Zeugnisse der Anwesenheit des Neandertalers, die im Piemont einzigartig sind. Das Museum von Borgosesia ist daher eine wichtige Einrichtung für das Verständnis der Altsteinzeit im Piemont. Mit der frühen Eisenzeit zeichnet sich eine Bevölkerungskonzentration im heutigen Borgosesia ab, mit Siedlungen im Gebiet des Ospedale und den ersten Gräbern im westlichen Teil der Stadt, die den Zugang zu den wichtigen Bodenschätzen des oberen Tals kontrollierten. In der mittleren Eisenzeit zeugen aussagekräftige Grabbeigaben von Frauen von der zunächst insubrischen und später valaisanischen Prägung der Bevölkerung des antiken „Seso“ bis hin zur schrittweisen, auch rechtlichen Eingliederung in die römische Welt. Die Gräber in der Via N. Sottile, die Überreste der Siedlung und die Inschriften veranschaulichen gut den Vicus von Seso in der Römerzeit, der an einer Hauptverkehrsstraße lag, die Ivrea mit Domodossola und Locarno verband. Vervollständigt wird der Museumsrundgang durch Fundstücke aus den mutmaßlichen Kultstätten des vorrömischen und römischen Zentrums von Borgosesia sowie durch die vielfältigen mittelalterlichen Zeugnisse aus der Umgebung.
Zur Ergänzung der Ausstellung wurde 2012 eine Dauerausstellung mit geologischem Schwerpunkt eingerichtet, die sich mit dem „Supervulkan“ befasst, der 2009 von der wissenschaftlichen Welt anerkannt wurde, nachdem seine Entdecker, den Geologen Sinigoi und Quick von den Universitäten Triest und Dallas anerkannt wurde, die seit über dreißig Jahren das Valsesia-Tal durchstreifen und erforschen.
GEO-THEMEN: Paläontologie