Geologischer Rundweg entlang des Val Pogallo
Der geologische Lehrpfad, der als „Linea del Pogallo“ bekannt ist, stellt eine thematische Vertiefung der umfangreicheren „Via GeoAlpina“ dar, die in sieben Etappen durch den nordöstlichen Teil des Geoparks führt.
Die Route folgt dem Sutermeister-Weg und verläuft größtenteils durch metamorphe Gesteine der geologischen Einheit „Strona-Ceneri-Zone“. Diese besteht aus zwei Arten von Paragneis, metamorphen Gesteinen sedimentären Ursprungs: den Gneiss Minuti (Haltestelle 1) und den Gneiss Ceneri (Haltestelle 2), die beide im Kambrium abgelagert wurden. Dazwischen liegen Linsen aus Orthogneis (Station 3), die aus im Ordovizium intrudierten Graniten entstanden sind. Alle diese Gesteine wurden vor etwa 340 Millionen Jahren (Ma) durch den mit der herzynischen Orogenese verbundenen Metamorphismus umgewandelt, als sie in Tiefen von mindestens 20 km absanken und Temperaturen von über 500 °C ausgesetzt waren. In der darauf folgenden Perm-Periode (270 Ma) führte eine intensive magmatische Aktivität zur Intrusion von Graniten in diese Formationen, die hingegen praktisch nicht von den Ereignissen betroffen waren, die später (ab etwa 90 Ma) zur Entstehung der Alpen führten. Hinter dem Holzsteg (Haltestelle 4) treten Milonite zutage, Gesteine, die durch Reibung während der Bewegung entlang der Pogallo-Verwerfung entstanden sind. Auf dem letzten Abschnitt vor Pogallo durchquert man hingegen Kinzigite (Haltestelle 5), ebenfalls metamorphe Gesteine, die jedoch nicht zur Laghi-Serie gehören, sondern zur angrenzenden Ivrea-Verbano-Zone.