Wissenschaftliches Institut „Angelo Mosso“
Das Wissenschaftliche Institut „Angelo Mosso“ am Col d’Olen, einem Pass auf 2.900 Metern Höhe zwischen Gressoney und Alagna, ist eines der Aushängeschilder der italienischen Wissenschaftsgeschichte. Es wurde 1907 von dem berühmten Physiologen aus Chieri gegründet, der von 1879 bis 1910 Professor für Physiologie an der Universität Turin war, und ebnete den Weg für Experimente in den Bereichen Biologie, Medizin und Meteorologie in großer Höhe.
Das Ziel des Baus bestand darin, die wissenschaftlichen Aktivitäten in der Capanna Regina Margherita zu ergänzen und den Wissenschaftlern Unterstützung zu bieten, die sich hier auch für längere Zeit aufhalten konnten, während sie ihre Forschungsarbeiten durchführten. Das Institut präsentierte sich als wahrer Tempel der Wissenschaft mit Labors, die mit Präzisionsinstrumenten ausgestattet waren, einer Bibliothek und komfortablen Zimmern für Wissenschaftler aus aller Welt, die dort in der Zwischenkriegszeit sogar bei Temperaturen von bis zu 30 Grad unter Null lebten.
Im Juni 2000 zerstörte ein durch einen Blitzschlag ausgelöster Brand das Gebäude fast vollständig, doch der Wiederaufbau erfolgte zügig, und bereits 2006 wurden die Sanierungsarbeiten abgeschlossen, sodass es wieder in Betrieb genommen werden konnte. Seit 2023 findet eine umfassende Sanierung des Gebäudes statt, mit dem Ziel, es umzugestalten und zu modernisieren, damit es eine dreifache Funktion erfüllen kann: die historische Funktion als Standort für wissenschaftliche Forschung, die museale Funktion zur Dokumentation und Vermittlung vergangener und aktueller Forschungsaktivitäten in der Region sowie eine Funktion als Hotel- und Gastronomiebetrieb.
Der Ausstellungsbereich ist nun fertiggestellt und umfasst einen interaktiven Rundgang, der in drei Bereiche unterteilt ist: Ein Bereich ist der Geschichte des Instituts und den Persönlichkeiten gewidmet, die es geprägt haben; ein zweiter Bereich befasst sich hingegen mit den Geräten und den von Angelo Mosso durchgeführten Forschungen zur Untersuchung der Auswirkungen der Höhe auf den menschlichen Körper. Ein letzter Raum schließlich dient der Veranschaulichung der Böden, der Geologie, der Flora, des Schnees, der Lawinen und der Gletscher des Monte Rosa.
GEO-THEMEN: Geomorphologie; Petrographie; Bodenkunde