Bericht über die 16. Europäische Geoparks-Konferenz
16.Europäische Geoparks-Konferenz
Natur, Kultur und Nachhaltigkeit im Kontext des Klima- und Umweltwandels
Mit der 16. European Geoparks Conference, die vom 26. bis 30. September 2022 im Sesia Val Grande UNESCO GLOBAL GEOPARK (Region Piemont, Italien) stattfand, kam das Europäische Geoparks-Netzwerk erneut zu einer Präsenzveranstaltung zusammen. Und zwar in einer Region wie dem Piemont, die aufgrund ihres kulturellen und natürlichen Erbes für Touristen besonders attraktiv ist.
Die Tagung, die sich großer Resonanz erfreute – was sich an der hohen Teilnehmerzahl zeigte –, war zugleich eine öffentliche Veranstaltung in einem Geopark, der ein Beispiel für ein nachhaltiges Verhältnis zwischen Natur und Kultur darstellt. Mit dieser Konferenz bot der Geopark Sesia Val Grande einen naturkundlichen und kulturellen Überblick über einige der attraktivsten Tourismusgebiete der Westalpen, vom Monte-Rosa-Massiv bis zum Lago Maggiore. Die Konferenzteilnehmer konnten dessen geologische Vielfalt bewundern: eine 500 Millionen Jahre alte Geschichte geomorphologischer Landschaftsformen und Gesteinsabfolgen, die die Prozesse dokumentieren, die die Alpen geformt und die Erdkruste verformt haben. Die Landschaften des Geoparks zeugen zudem von vergangenen und gegenwärtigen Klimaveränderungen und deren Auswirkungen – von den Eiszeiten bis zur globalen Erwärmung. Der Kongress hat gezeigt, dass das geologische Erbe des Sesia-Val-Grande von großer wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung ist. Das Motto des Geoparks „Wo Stein zur Kultur wird“ würdigt die Bedeutung der lokalen Gesteine für das kulturelle Panorama und die italienische Architektur, wie beispielsweise beim Mailänder Dom. Darüber hinaus weckt die lokale Walser-Kultur, die von den Alpenvölkern geprägt ist, Erinnerungen an die Kleine Eiszeit (1450–1850) und zeugt von einem proaktiven Umgang mit dem Klimawandel, was dem Geopark eine nachhaltige Perspektive für mehr Tourismus, öffentliches Engagement und Umweltbildung eröffnet. Die weitreichenden und komplexen Themen unterstreichen den ganzheitlichen Ansatz, der erforderlich ist, um auf den Klimawandel zu reagieren, wobei Geoparks eine Schlüsselrolle spielen können. Dies wurde während der Konferenz durch den Austausch von Erfahrungen, bewährten Praktiken und Strategien deutlich. Diese Themen wurden von 403 Teilnehmern aus 44 Ländern und Vertretern von 94 verschiedenen UNESCO-Geoparks (UGGps) erörtert.
Aufgrund seiner großen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung hat der Verein „Sesia Val Grande Geopark“ gemeinsam mit dem Nationalpark Sesia Val Grande und derVerwaltungsbehörde für die Schutzgebiete des Valsesia sowie unter der wissenschaftlichen Leitung der Universität Turin die 16. Europäische Geoparks-Konferenz EGN 2022 mit den übergeordneten Themen „Natur, Kultur und Nachhaltigkeit im Kontext des Klima- und Umweltwandels“ organisiert.
Die Ehre und die Gelegenheit, Gastgeber der 16. EGN-Konferenz zu sein, ermöglichte es dem Geopark zudem, Maßnahmen zur Erhaltung und Verbreitung des Wissens über sein geologisches Erbe sowie über die menschlichen und kulturellen Werte seines Gebiets umzusetzen. Im Rahmen der EGN2022-Konferenz hat der Sesia Val Grande Geopark seine Sichtbarkeit und den Zugang zur Natur und zur alpinen Kultur verbessert, indem er an verschiedenen Standorten in der attraktivsten Tourismusregion der Westalpen – vom Monte-Rosa-Massiv bis zum Lago Maggiore.
Die Bereiche für die öffentliche Beteiligung im Rahmen der Konferenz umfassten zwei spezielle Ausstellungsbereiche: die 400 m² große Innenfläche in der Villa Simonetta in Verbania und die 450 m² große Außenfläche beim Rektorat der Universität Turin. Dies erleichterte die Organisation der Geofair (einer Ausstellung, an der 17 Geoparks beteiligt waren), der Geoscience-Ausstellung „Celebrating Geodiversity, Enhancing Geoheritage, Promoting Geotourism“ sowie zweier Kunstinstallationen, die von 1.600 externen Besuchern bewundert wurden.

