Campertogno
In der Gegend um Campertogno lassen sich Erosionsformen und Ablagerungen beobachten, die auf Fluss- und Gletscheraktivität zurückzuführen sind.
Die Hochebene, auf der der Weiler Tetti erbaut wurde, ist in der Tat eine Schwemmlandterrasse, eine leicht wellige Fläche, die durch die aufeinanderfolgenden Überschwemmungen des Flusses Sesia entstanden ist (im Bild blau gestrichelter Bereich). Flussterrassen stellen im Allgemeinen ehemalige Abschnitte des Flussbettes dar, die infolge einer Erosionsphase, die zu einer Vertiefung des Flussbettes führte, aufgegeben wurden. Die hier vorliegende Flussterrasse ist zudem durch Geröllmaterial vom rechten Hang „verunreinigt“, das sich mit dem Schwemmlandmaterial abwechselt. Dieses Phänomen ist an der Erosionsböschung südlich der Brücke über den Sesia gut zu erkennen.
Der Weiler Argnaccia hingegen, der oberhalb von Campertogno liegt und durch eine Felswand mit einem mehr als 300 Meter hohen Abhang vom Talboden getrennt ist, erstreckt sich über eine Gletscharterrasse (im Bild grau gepunktet), ein Relikt der vergangenen Vergletscherung. Es handelt sich dabei um die ehemalige Talsohle, die durch den Rückzug desselben Gletschers oder durch nachfolgende, weniger mächtige Gletscher und schließlich durch die Einwirkung des Flusses erodiert wurde.