Folungo-Monte-Bavarione-Pass
Wenn man die Straße (für Privatfahrzeuge gesperrt) entlangfährt, die vom Folungo-Pass aus den Monte Bavarione umrundet, kann maneine fast durchgehende Aufschichtung aller Gesteinsarten des Gebiets Strona-Ceneri beobachten.
Der erste Aufschluss besteht aus Flaser-Gneis, einem stark geschichteten Augengneis. Danach finden wir über eine lange Strecke hinweg die „Gneiss Minuti“, feinkörnige Gneise mit schönen, ähnlichen Falten und Kalksilikatknollen. Bevor wir das südliche Ende der Straße erreichen, stoßen wir auf einen Orthogneis, der sich zwischen die Gneiss Minuti schiebt. Auf den letzten Dutzend Metern verschwinden die Aufschlüsse fast vollständig, da die Gesteine eine vorglaziale Verwitterungsschicht aufweisen, die die Quarz-Feldspat-Gesteine in groben Restsand umwandelt. Ein unverwitterter mafischer Gang durchzieht das Gestein; seine Intrusion erfolgte zweifellos nach der Metamorphose und stammt daher höchstwahrscheinlich aus dem Perm (vor etwa 270 Millionen Jahren). Der Dike durchquert den Kontakt zwischen dem Orthogneis und dem Ceneri-Gneis. Letzterer liegt in einigen vor Erosion geschützten, abgerundeten Blöcken frei. Man kann einige gut zonierte Kalksilikatknollen und Quarzgeröll beobachten. Die Überreste dieser tiefgreifenden Verwitterung, die vermutlich aus dem Pliozän stammt, sind nur an den Südhängen sichtbar, da sie sich auf der Leeseite des von Norden kommenden Gletschers des Lago Maggiore befanden. An den Nordhängen wurde die sandsteinartige Deckschicht vom Gletscher abgetragen.