Heiliger Berg von Varallo
Die religiöse Stätte des Sacro Monte di Varallo wurde unter Ausnutzung der besonderen landschaftlichen Gegebenheiten errichtet, die in diesem Fall Zeugnis von der Ausdehnung der Gletscher im Valsesia ablegen.
Eine Gletscharterrasse (im Bild durch den roten Kreis gekennzeichnet) stellt den ehemaligen Talgrund dar, der durch die Erosion des Gletschers entstanden ist und sich sowohl in der Ausdehnungs- als auch in der Rückzugsphase in Längsrichtung des Tals erstreckte. Nach dem Rückzug der Gletscherzunge wurde der Talgrund durch die Einwirkung des Flusses erodiert, wobei nur einige Ausläufer (Unipiano, Sassiglioni, Crevola) auf einer Höhe von etwa 600 Metern verschont, woraus sich ableiten lässt, dass die vom Sesia verursachte Erosion den ehemaligen Gletscher-Talgrund um gut 150 Meter ausgehöhlt hat.
Die Bedeutung dieser Stätte liegt auch darin, dass hier auf wenigen Metern die wichtigsten Ziersteine des Valsesia zu finden sind: Beole aus Rimella, grüner Stein aus Cilimo, Marmor aus Parone und Stein aus Loreto. In der Nähe der Wallfahrtskirche befindet sich ein Steinbruch, der zur Kalziumgewinnung genutzt wird.