San-Bernardino-Bach
Entlang des Baches San Bernardino erstreckt sich eine große Felswand, in der die „Scisti dei Laghi“ zutage treten – eine geologische Einheit, die hauptsächlich aus Glimmerschiefer besteht, die durch regionalen Metamorphismus der Amphibolit-Fazies (500–600 °C) aus marinen Schiefern, die vermutlich aus dem Kambrium stammen.
Diese Metamorphose, die mit einer karbonzeitlichen Gebirgsbildung (herzinische oder variskische Orogenese) in Verbindung steht, hat die ursprünglichen sedimentären Merkmale (sandsteinhaltige Schichten, die mit tonreicheren Schichten durchsetzt sind) nicht vollständig ausgelöscht. Die Klippen weisen eine typisch abgerundete Morphologie auf, die auf Gletscherabrieb (Rochers moutonnés) und das Vorhandensein einiger sogenannter „Riesenmarmitten“ zurückzuführen ist.
Die mineralogische Zusammensetzung der Gesteine wird von Quarz und Glimmern (Muskovit, Biotit) dominiert, ergänzt durch Plagioklas, Granat, Kyanit und Staurolith. Die weit verbreiteten weißen Quarzadern sind typisch für metamorphe Gesteine, die aus tonreichen terrigenen Sedimenten entstanden sind. Es lassen sich mehrere Phasen plastischer Faltung beobachten („ähnliche Falten“, die an den Falzstellen verdickt und an den Flanken verdünnt sind).