Hochebene von Cimalegna
Die Hochebene von Cimalegna ist ein typisches Beispiel für eine hochgelegene Berglandschaft, die stark von der Gletscherformung durch die Gletscher am Südhang des Monte Rosa geprägt ist. Diese Gletschermassen sind heute zunehmend auf hohe Lagen beschränkt, doch verschiedene Hinweise deuten darauf hin, dass sie in der Vergangenheit, während der Phasen ihrer größten Ausdehnung und des anschließenden Rückzugs, auch in tieferen Lagen und in Gebieten vorhanden waren, die heute von der aktuellen Gletscherformation getrennt sind. Als Beweis dafür dienen zahlreiche reliktartige Erosionsformen (Hügelkämme und Rillen), die eine Gletscherflussrichtung nach Süden belegen.
Die jüngste und aktuelle geomorphologische Entwicklung des Gebiets, das nicht mehr von glazialen Prozessen beeinflusst wird, wird durch die Einwirkung zweier Hauptfaktoren bestimmt: der gravitationsbedingten ( Einwirkung der Schwerkraft) und der kryogenen ( Einwirkung des Permafrosts sowie von Gefrier- und Auftauprozessen). Zu den vorhandenen periglazialen Formen zählen: Geofluss-Lappen, Block Ströme und Blockfelder.
Das Gebiet von Cimalegna bietet zudem einen Einblick in die geologische Geschichte der nordwestlichen Alpen, insbesondere hinsichtlich der geologischen Entwicklungen der letzten 200 Millionen Jahre, beginnend mit einem urzeitlichen Ozean, der Tethys, bis hin zur Entstehung der Alpen, wobei auch die Böden beleuchtet werden, die sich hier aufgrund der besonderen Gegebenheiten – einer fast ebenen Landschaft, großer Höhen und extremer klimatischer Bedingungen – unter besonderen Bedingungen bilden.